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Raffaello

Raffaello Sanzio, Autoritratto, 1504-1506, particolare

Anlässlich des 500-jährigen Todestags von Raffael Sanzio (1483-1520), möchten wir Sie zu einer römischen Reiseroute einladen, so dass Sie die Kunstorte entdecken werden, wo der große Renessaincemeister ein unauslöschliches Zeichen hinterlassen hat.

Neben Leonardo und Michelangelo gehört Raffael zu den einflussreichsten Künstlern der Renaissance. Mit seiner Kunst und seinem Charme gelang es ihm, die bedeutendsten Persönlichkeiten seiner Zeit zu faszinieren.

Im Jahre 1483 in Urbino (in der Region Marken) geboren, und deswegen auch „l’Urbinate“ genannt, tritt Raffael noch als Kind in die Werkstatt von Perugino und reist später nach Siena und Florenz, um seine Ausbildung fortzusetzen. Hier kennt er andere zeitgenössische Künstler lernen, betrachtet ihre Werke, setzt sich mit ihnen auseinander, wirkt in der Kunstszene, schafft! Ein talentierter Kunstsohn, ein Künstler von edler und gütiger Seele, ein Maler der Harmonie und Schönheit. Man hat ihn oft idealisiert, er war aber im Grunde ein gewöhnlicher Mann und war gegen Liebe und Leidenschaft nicht immun: ein deutlicher Beweis dafür sind die sechs von ihm geschriebenen Liebessonette, die einer noch unbekannten Frau gewidmet sind.

Der hier, auf den Spuren Raffaels, vorgestellte Weg, geht gerade von diesem Aspekt des gewöhnlichen Menschen aus. Deshalb ist unsere erste Etappe die Galleria Nazionale des Palazzo Barberini, wo das bezaubernde Gemälde der Fornarina (1518-1519) aufbewahrt wird: ein Äquivalent der Mona Lisa, um so zu sagen, das Raffael als Liebhaber und Künstler zeigt. Hinter dem geheimnisvollen Blick und dem rätselhaften Lächeln der jungen Frau würde sich seine Geliebte  verstecken, die Einigen als die Tochter eines Bäckers von Trastevere identifizieren und die hier  eine Göttin dargestellt wird. Es wird sogar gesagt, dass Raffael so eifersüchtig auf dieses Gemälde war, dass er es bis zu seinem Tod in seinem Atelier aufbewahrte.

Der Tour führt uns zur Galleria Borghese weiter. Hier werden die ersten Werke Raffaels aufbewahrt, die ursprünglich zu anderen Orten bestimmt waren und später in die Sammlung des Kardinals  Scipione Borghese einflossen; beispielsweise war die Grablegung Christi (1507), auch als Pala Baglioni bekannt,  ursprünglich als ein Altargemälde für die Kirche San Francesco al Prato in Perugia geschaffen, später wurde sie aber dem Kardinal Scipione Borghese als Geschenk  überbracht. 

Besondere ist auch die Geschichte, die hinter dem Bild Dame mit dem Einhorn (1505-1506) verbirgt. Bevor das Gemälde restauriert wurde (1935), wurde die Dame als die Heilige Katharina von Alexandrien identifiziert. Dank einer gründlichen Untersuchung des bekannten Kunsthistorikers Roberto Longhi, hat man aber dann herausgefunden, dass ein Einhorn, das Symbol der jungfräulichen Reinheit, sich  eigentlich unten dem Zahnrad, dem Hauptattribut von Katharina, verbarg; dieses besondere Detail hat  das die ikonologische Interpretation des Werkes radikal verändert.

Die Reise auf den Spuren Raffaels führt dann uns in die wunderschöne Kapelle Chigi, in der Kirche Santa Maria del Popolo, einem hervorragendem Beispiel seiner architektonischen Hauptwerke. Hier wurde Raffael mit dem architektonischen Entwurf der Kapelle und der Schaffung des Mosaiks für die Kuppel beauftragt.

Von Piazza del Popolo aus, erreichen Sie die Vatikanischen Museen und können derart die bekanntesten Werke Raffaels bewundern. Hier hat der Magister (der Meister) erwiesen, auf demselben hohen Niveau seiner Zeitgenosse zu sein und ist zu einem den beliebten Künstler des 16. Jahrhunderts geworden. Die kleinen wunderschönen Päpstlichen Gemächer (Stanze Vaticane) sind mit wertvollen Fresken Raffaels ausgeschmückt und wer auch immer sie für das erste Mal betritt, ist gewaltig beeindruckt.

Es ist nämlich nicht einfach, den Blick von den Philosophen und Gelehrten der Schule von Athen (1508) abzuwenden. Darunter sind auch bekannte Gesichter, wie Leonardo, Michelangelo, Bramante und Federico II. Gonzaga, in die Rolle der berühmtesten Philosophen, zu erkennen. Sie werden bestimmt von der Gnade der Formen und der Harmonie der Farben, die den Parnass (1511) auszeichnen, fasziniert sein, und die perfekten Architekturen, die den Hintergrund für die verschiedenen hier dargestellten Episoden bilden, werden Sie zweifellos verzaubern. In der Vatikanischen Pinakothek können Sie auch die Transfiguration (Verklärung Christi, 1518-1520) bewundern, die sich ehemals in dem Peters Dom befand, wo heute eine Mosaikkopie davon ausgestellt wird.

In Rom befinden sich auch mehrere Bauten, die dem Raffael zuzuschreiben sind. Nicht weit vom Petersplatz liegen zwei wichtige Beispiele von dem Renaissancestil: die Logge Vaticane (die Loggien) und der Palazzo Jacopo da Brescia, dessen Fassade noch erhalten ist.

Dank seiner großen Berühmtheit, erhielt Raffael zahlreiche Aufträge für Porträts, Altar und Wandgemälde, als er noch mit den vatikanischen Fresken beschäftigt war, und musste deswegen mit Hilfe seiner Schüler unermüdlich und gleichzeitig auf verschiedenen Baustellen arbeiten.

Eine weitere Etappe unserer Reiseroute ist die Chigi-Residenz, die später als Villa Farnesina  genannt wurde und heute der Sitz der Akademie der Lincei ist. Hier wurde  Raffael von seinem Stammauftraggeber, dem  Bankier Agostino Chigi, damit beauftragt,  die Villa mit verschiedenen Fresken auszumalen: der Meister begann, an dem Triumph der Galatea (1511-1512) und der Loggia der Psyche (1517-1519) zu arbeiten,  wodurch er sein umfangreiches Wissen über Literatur und klassische Kunst beweist; die Fresken wurden aber von seinen Schüler vollendet.

Der Reiz des Altertums war damals starker in Rom als woanders, und Raffael selbst bleibt nicht davon verschont. Er verspürte den brennenden Wunsch, sich mit den römischen Antiken zu beschäftigen und wurde 1515 Aufseher über die römischen Antiken ernannt. Auf der Suche nach Beweisen vom kaiserlichen Rom nahm er an Ausgrabungen teil und zeichnete sogar eine detaillierte Karte dieser Stätten, die leider nie vollendet wurde.

 Auf unserem Weg nähern wir uns dem Lungotevere dei Tebaldi, wo die kleine Kirche Sant’Eligio degli Orefici (1509-1775) zu besichtigen ist. Hier ist der Einfluss von Bramante noch deutlich zu erkennen: ein Beweis dafür ist die von Raffael ausgewählte Grundstruktur der Kirche als ein Zentralbau  in Form eines griechischen Kreuzes, sowie bei  dem ersten Entwurf für den Neubau der Dombauhütte von Sankt Peter, der von Bramante stammte.

Wir gehen weiter uns erreichen die Kirchen Santa Maria della Pace und Sant’Agostino in Campo Marzio, nur zwei Schritte von Piazza Navona entfernt, wo wir in der ersten die Sibyllen und in der zweiten den Propheten Jesaja bewundern können. Es wird nicht schwer sein, in der starken Plastizität und Bewegung der Figuren den Einfluss Michelangelos zu erkennen. Man erzählt, Raffael hätte, mit seinem Komplize Bramante, die Ahnen des Gewölbes der Sixtinischen Kapelle von Michelangelo gesehen, bevor das Gerüst abgenommen wurde; im Vergleich zu dem Buonarroti, entwickelte der Magister jedoch seine eigene originelle Lösung durch die Einführung einer ständigen, flüssigen Dynamik, 

Raffaels Gemälde waren zur damaligen Zeit sehr begehrt; Gelehrte und berühmte Persönlichkeiten strebten nach ihnen, um ihre Kunstsammlungen zu bereichern. Seine besten Schüler arbeiten an seinen meisten werken in Rom zusammen. Beliebt bei Päpsten, Kardinälen und den einflussreichsten Adelsfamilien, gilt Raffael als das unerreichte Genie der Renaissancemalerei. Mehr als achtzig Bilder von Raffael befinden sich auf der ganzen Welt.

Wenn Raffael plötzlich krank wurde, erlebte Rom ein tiefes Unbehagen. Mann erzählt, dass der Papst Leone X. de‘ Medici selbst besuchte ihn während seiner fünfzehn Krankheitstagen, um seinen Hofkünstler zu trösten. Wie Vasari berichtet, wurde der leblosen Körper des Meisters unter dem Bild der Transfiguration aufgebahrt „und wer dies lebende Gemälde und diesen toten Körper betrachtete, dessen Seele wurde von tiefem Schmerz erschüttert“.

Raffael starb am 6. April 1520, also bereits mit 37 Jahren, und wurde auf seinen eigenen Wunsch im Pantheon,   in der dritten Kapelle bestattet. Über seinem Grabgewölbe liegt  die Marmorstatue  der Madonna del Sasso,  wo unser Spaziergang auf den Spuren Raffaels endet. Denjenigen, die mehr über Raffael erfahren möchten, sind noch zu empfehlen: 

Die Galleria Doria Pamphilj, an der Via del Corso, wo Sie das Porträt von Andrea Navagero und Agostino Beazzano (1516) bewundern können; die elegante Villa Madama am Hang des Monte Mario, deren Entwurf unvollendet blieb und die sich durch eine gelungene Verbindung der strukturellen und ornamentalen Elemente nach antiken römischen Vorbildern (Villa Adriana in Tivoli und die Domus Aurea in Rom) charakterisiert.

 

Mit der Zusammenarbeit von staatlichen Freiwilligendienst „2020 Roma ti accoglie“

 

Palazzo Barberini

Das beliebteste Porträt von Raffael ist ohne Zweifel La Fornarina (1518-1519), in der Galerie von Palazzo Barberini aufbewahrt. Obwohl es keinen Beweis dafür gibt, sollte die dargestellte Frau Raffaels Geliebte Margherita Luti sein. Sie war die Tochter eines Bäckers von Trastevere und, wie Vasari berichtet, hätte der Maler sie sein Leben lang geliebt. Als Beweis dieser Liebesbindung trägt die Dame auf dem Bild einen Armreif mit der Gravur Raphael Urbinas, dem Künstlerzeichen, am linken Oberarm. In diesem faszinierenden Porträt sind zahlreiche Elemente zu erkennen, die sich mit der traditionellen Darstellung der Liebesgöttin Venus verbinden. Zunächst läßt sich die Haltung der Hände auf das Vorbild der Venus Pudica, typisch von der klassischen Skulptur, zurückführen; als zweiten knüpft die Wahl bestimmter Symbole der Fruchtbarkeit, wie die im Hintergrund dargestellten Myrte und den Quittenbaum, an die Antiken an.

 

Galleria Borghese - Pala Baglioni, Dame mit dem Einhorn, Porträt eines Mannes

 

Drei sind die Meisterwerke Raffaels, die damit wirken, die außerordentliche Borghese Sammlung reicher zu machen. Darunter ist die Dame mit dem Einhorn (1505-1506), ein Werk von erstaunlichen Schönheit, in dem mehrere Elemente, wie der Rubin und das Einhorn, dazu beitragen, die ehelichen Tugenden und die Jungfräulichkeit der Braut zu preisen. Ein anderes Bild ist das Porträt eines Mannes (1503-1504), in dem man klar und deutlich die Verbindung zur nordischen Porträtmalerei erkennt. Das Hauptkunstwerk Raffaels in der Galerie ist bestimmt die Grablegung Christi (1507), auch als Pala Baglioni bekannt. Nach dem Vasari hätte der Maler, durch das Thema der Grablegung, dem Sohn seiner Auftraggeberin Atalanta Baglioni Tribut gezollt, der 1500 in einem Kampf getötet worden war. Der mütterliche Schmerz der Edelfrau wird in diesem Werk mit dem unermesslichen Schmerz der Jungfrau Maria verglichen. 

Wissen Sie, dass…?   Bevor das Gemälde der Dame mit dem Einhorn  im Jahre 1935 restauriert wurde,  zeigte es Übermalungen von der Martyriums Palme und dem Zahnrad, den typischen Attributen der Heilige Katharina, die die mythologische Figur des Einhorns verheimlichten. Die Entdeckung des mythischen Tiers hat die ikonographische Interpretation des Werkes völlig verändert, so dass man heutzutage das Gemälde nicht mehr als eine religiöse Darstellung sondern als eine Verherrlichung der jungfräulichen Reinheit der Dame betrachtet.

Wissen Sie, dass…? Das Altargemälde befand sich ursprünglich in der Kapelle Baglioni in der Kirche S. Francesco al Prato in Perugia. 1608 wurde das Gemälde, auf päpstlichen Anordnung und mit der Nachsichtigkeit der Mönche, von Perugia nach Rom gebracht, so dass Paul V. es seinem Neffen Scipione Borghese schenken konnte.

 

Basilika Santa Maria del Popolo

Agostino Chigi, ein päpstlicher Bankier aus Siena, gibt Raffael den Auftrag, eine neue Familienkapelle zu gestalten. Nach dem Vorbild Bramantes entwirft Raffael die Kapelle als einen Zentralbau und zeichnet auch die Kartons für die Kuppel, die von Luigi de Pace verwendet werden, um die Mosaiken zu realisieren.

In der Mitte der Kuppel wird der Schöpfergott des Firmaments dargestellt. Er ist von heidnischen Göttern umgeben, die die Planeten und die Sonne repräsentieren. Die Götter werden von Engeln überragt, die ihre Macht einschränken. Die Medaillons (Tondi) in den Zwickeln werden mit den von Francesco Salviati gemalten Jahreszeiten ausgeschmückt. 

Vatikanische Museen

1508 wurde Raffael von Papst Julius II. persönlich nach Rom gerufen, um in Vatikan sein erstes Werk zu schaffen: die Ausmalung des Saals der Signatur (1508-1511), der nach dem höchsten Gericht des Heiligen Stuhls, der Segnatura Gratiae et Iustitiae, benannt ist. Die Dekoration dieses Saals zelebriert das neoplatonische Thema der Poesie und Gerechtigkeit im christlichen Wert, welches durch Raffaels berühmtestes Werk die Schule von Athen repräsentiert wird. Danach werden die restlichen Gemächer auch gestaltet, darunter der vom Papst für Privataudienzen bediente  Saal des Heliodors (1511-1514),  wo die außergewöhnliche Schönheit des Freskos der Befreiung des Hl. Petrus auffällt; in diesem Werk führt der Künstler neue Lichteffekte ein. 

Michelangelos Fresken in der Sixtinischen Kapelle ändern Raffaels künstlerischen Stil deutlich. Michelangelos Einfluss ist in der Gestaltung der Körper und der großen Farbenvielfalt leicht erkennbar; Elemente, die das Gemälde Stanza dell’incendio di Borgo (1514-1517), in dem gleichnamigen Saal des Borgobrandes aufbewahrt, auszeichnen. Das letzte der vier Räume ist der Saal des Konstantin (1520-1524), der nach Raffaels Tod von seinen Schülern, dank der Entwürfe ihres Meisters, ausgemalt wurde.

Die von Raffael entworfenen und von flämischen Werkstätten hergestellten Wandteppiche (1515-1519) mit Szenen aus den Apostelakten, waren ursprünglich in der Sixtinischen Kapelle an Feiertagen ausgestellt; heute befinden sie sich in der Vatikanischen Pinakothek. Dort werden auch die Marienkrönung (Oddi-Altar, 1502-1503) und die Transfiguration (1518-1520), das letzte Gemälde Raffaels, aufbewahrt. In diesem letzten Bild sind zwei Episoden aus dem Neuen Testament, die Verklärung Christi auf dem Berg Tabor und die Heilung des mondsüchtigen Knaben, in einzigartiger Weise dargestellt. In der Vatikanischen Pinakothek befindet sich auch die Madonna di Foligno (1511-1512), die als Votivbild entstand, nachdem das Haus von Sigismondo Conti, dem Auftraggeber, erstaunlicherweise einen Blitzeinschlag unbeschadet überstanden hatte.

Unermüdlich arbeitet Raffael in den Vatikanischen Werkstätten bis zum Abschluss der Loggien im Jahre 1519, wenn er den Bau der Räume abfertigt, die als Unterhaltungsort für den Papst dienten, mit dessen Appartement kommunizierten, und deren Wände nach dem Vorbild der Groteske als Ornamentform dekoriert wurden.

Wussten Sie, dass…? Das Fresko der Schule von Athen ist ein klarer Tribut an der griechischen Philosophie. Es stellt die Rückkehr des Menschen ins Zentrum des Universums als Meister seiner selbst und seiner Handlungen dar. Unter der majestätischen Architektur aus der perfekten Perspektive, sind verschiedene Weisen aus der griechischen Welt (Philosophen, Mathematiker, Physiker, Oratoren) dargestellt. Jede Figur wird mit dem Gesicht einer bedeutenden Persönlichkeit der Renaissance repräsentiert: Heraklit, der mitten auf der Treppe sitzt, erscheint zum Beispiel als Michelangelo, und Platon als Leonardo da Vinci.  

                                                 

Wussten Sie, dass…? Wie Vasari im Buch Vite (Biographien der italienischen Künstler) berichtet: „und wer dies lebende Gemälde und diesen toten Körper betrachtete, dessen Seele wurde von tiefem Schmerz erschüttert“, wurde die Transfiguration an Raffaels  Krankenbett aufgebahrt.

 

Palazzo Jacopo Da Brescia

Palazzo Jacopo da Brescia (1515-1519) ist das Beispiel einer Residenz im Renaissancestil. Nach einem Entwurf von Raffael entstanden, repräsentiert es vollständig den typischen römischen „Palazzetto“ (Klein Palast). Vom ursprünglichen Gebäude, das am Anfang der heutigen Via della Conciliazione lag, sind nur noch wenige Überreste erhalten. Man kann jedoch noch die Noppenfassade mit Ädikulafenstern sehen, die 1936, im Zuge der städtebaulichen Neuordnung der Stadt,    abgerissen und auf der Via Rusticucci, nicht weit von seinem ursprünglichen Standort, wieder aufgebaut wurden.

Villa Farnesina

 

Im römischen Stadtteil Trastevere erbaut, bewahrt die Villa Farnesina die Fresken der bedeutendsten Künstler des 16. Jahrhunderts, darunter Raffael, Sodoma und Baldassarre Peruzzi. Die Fresken Raffaels schmücken zwei verschiedene Räume: 

Die Loggia der Galatea (1511-1512), hier wird die Nymphe Galatea ausgemalt, indem sie mit einer muschelförmigen Kutsche fährt.

Die Loggia von Amor und Psyche (1517-1519), deren Szenen, vom Märchen aus dem Roman „Der goldene Esel“ von Apuleius inspiriert, von Girlanden mit naturgetreuen Pflanzen, Blumen und Fürchten umkränzt sind, welche die Eingangsloggia in eine Laube verwandeln. 

Wussten Sie, dass…? Während der Restaurierungswerke der majestätischen Saal der Perspektiven, von Baldassarre Peruzzi ausgemalt, wurde ein  Satz ans Licht gebracht, den ein Landesknecht  in den Mauer eingeritztet  hatte.  Es lautet: „1528-was sol ich schreiben und nit lachen die Lan(nz)knecht habenn den papst lauffen machen“.

 

Kirche Sant’Eligio Degli Orefici

 

Diese kleine Kirche im Renaissancestil wurde nach einem Entwurf von Raffael verwirklicht, der, für die Durchführung des Projekts, Bramantes Vorlagen für die Dombauhütte Sankt Peters verwandte. Das  Bauwerk ist  eine Äußerung  der neuen Auffassung der Renaissance-Architektur ,wonach die Proportionen des menschlichen Körpers als Leitlinien für die Architektur gelten. 

Kirche Santa Maria della Pace - Sibyllen und Engel

1515 beauftragte der Bankier Agostino Chigi Raffael mit der Ausmalung der Fresken in den Lünetten seiner Familienkapelle. Hier werden Sibyllen und Propheten in zwei verschiedenen Gruppen gemalt. Von links nach rechts wird die Cumäische Sibylle dargestellt, indem sie auf eine von einem Engel gehaltene Schriftrolle schreibt. Daneben befindet sich die Persische Sibylle, die auf eine Tafel die griechischen Worte „Er wird das Schicksal des Todes haben“ schreibt. Auf der rechten Seite des Freskos werden die Phrygische und die Tiburtinische Sibylle dargestellt, ober deren Schulter ein Engel  fliegt, der eine Tafel mit der einzigen lateinischen Inschrift „Ich werde öffnen und auferstehen“ hält. In der Mitte des Freskos hält ein kleiner Putto eine Fackel. Auffällig ist am meisten die Beziehung zwischen den Engeln, die die göttliche Botschaft tragen, und den Sibyllen, die sie in der Welt verbreiten werden. Die Sibyllen repräsentieren in gewissem Sinn die Verbindungfiguren zwischen dem heidnischen Zeitalter, zu dem  sie gehören, und dem gegenwärtigen christlichen Zeitalter.

Basilika Sant’Agostino in Campo Marzio - Prophet Jesaja

In der Basilika Sant’Agostino in Campo Marzio, nicht weit von Piazza Navona, kann man Raffaels Fresko Prophet Jesaja (1511-1512) bewundern. Der Prophet sitzt auf dem Throne, zwischen zwei kleinen Putten als Girlandenhalter. In diesem Werk ist die künstlerische Verbindung mit Michelangelo stärker als in anderen. Die Monumentalität und die lebhafte Farbenvielfalt der Figur Jesajas knüpfen sich klar und deutlich an der Propheten Michelangelos in den Lünetten der Sixtinischen Kapelle.

Wussten Sie, dass…? In der Basilika wird die eindrucksvolle Madonna der Pilger von Caravaggio aufbewahrt.

Wussten Sie, dass…? Nur wenige wissen, dass die Fassade der Kirche, die 1479-1482 errichtet wurde, mit dem von Kolosseum entnommenen Travertin verkleidet wurde.

Wussten Sie, dass…? Dies war die einzige Kirche, in der die Hofdamen an der Messe teilnehmen durften. Die ersten Kirchenbänke waren für sie vorbehalten, um sie aus den Augen des Volks zu entfernen und damit Ablenkungen zu vermeiden.

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Pantheon

 

Eine besondere Beziehung verbindet Raffael mit dem Pantheon. Das Pantheon, „Tempel aller Götter“ ist ein zur Kirche geweihter antiker Tempel der klassischen römischen Periode.

Wenige wissen, dass Raffael unter der von Lorenzetto ausgeführten Marmorstatue der Madonna del Sasso, bestattet ließ. Die lateinische Grabinschrift, die von Pietro Bembo geschrieben wurde, lautet: 

Ille hic est Raphael, timuit quo sospite vinci, rerum magna parens et moriente mori”.

Die übersetzt wird: „Hier ist jener Raffael, von dem die große Mutter der Dinge [= die Natur] fürchtete übertroffen zu werden, solange er lebte, und zu sterben, als er starb.“

Kurz nach seiner Beerdigung, wurde die Begräbnisstätte Raffaels zu einem echten Rätsel, weil ihre Spuren bis Anfang des 19. Jahrhunderts unerklärlicherweise verloren wurden. Erst 1833 wurde es den Mitgliedern  der Päpstlichen Akademie der Schönen Künste und der Literatur  (Accademia dei Virtuosi del Pantheon) erlaubt,  die Anweisungen des Vasaris zu befolgen und das Grab  zu öffnen,  um die Existenz des Leichnams zu überprüfen. Groß war die Aufregung unter den Anwesenden, als Raffaels intaktes Skelett gefunden wurde.

Wussten Sie, dass…? Von dem römischen Konsul Agrippa gewollt, wurde das Pantheon im Jahre 27 v.Chr. erbaut und aller vergangenen und zukünftigen Götter gewidmet. Im VII. Jh. wurde in eine Maria und den Märtyrern geweihte Kirche umgewandelt. Später wurde ihm den Titel Basilika Minor verliehen. 

Wussten Sie, dass…? Die Kuppel des Pantheons ist immer noch am größten;  ihr Durchmesser überschreitet  den von Sankt Peters Dom in Rom sowie den von Santa Maria del Fiore in Florenz. 

Wussten Sie, dass…? die Römer nannten die zwei Glockentürme, die im XVII. Jh. von Gian Lorenzo Bernini links und rechts des Portals errichtet wurden, als „Eselohren“. Sie wurden erst 1883 wieder entfernt. 

Wussten Sie, dass…? Außer dem Grab Raffaels beherbergt die Basilika die Überreste der ersten Könige Italiens, Viktor Emanuel II., Umberto I. und dessen Gemahlin Margherita. Im Pantheon haben ihre Grabstätte auch andere berühmte Künstler, wie der Maler Annibale Carracci, der Baumeister Jacopo Barozzi da Vignola und der barocke Komponist Arcangelo Corelli.

Wussten Sie, dass…? von einer Inschrift kann man  ablesen,  dass eine Frau,  Maria Antonietta Bibbiena  neben der Madonna del Sasso begraben wurde. Sie war die Nichte von Kardinal Bibbiena und wurde von ihrem Onkel dem berühmten Maler Raffael zur Ehe versprochen. Aber der Künstler starb, bevor er eine Frau heiraten konnte, die er nie liebte.

 

Galleria Doria Pamphilj – Porträt von Andrea Navagero und Agostino Beazzano

Eines der ersten Beispiele von Raffaels Doppelbildnis ist das Porträt von Andrea Navagero und Agostino Beazzano (1516), das einzige in der Galerie Doria Pamphilj aufbewahrte Werk Raffaels. Die zwei angesehenen Humanisten des päpstlichen Hofes werden im Dreiviertelprofil vor einem smaragdgrünen Hintergrund gezeigt. Auffallend sind die hervorragende Darstellung der Gesichter, die Aufmerksamkeit für die Details der dicken Haare und Bärte und die atemberaubenden Lichteffekte. Eindeutig wurden l all diese Elemente von Raffael aus dem venezianischen Stil gelernt.

Villa Madama

 

Nur unter besonderer Erlaubnis der zuständigen Behörden  zu besichtigen

Raffaels Bauentwürfe umfassen die am Stadtrand liegende Villa Madama, die sich rechts des Flusses Tiber, am Nordosthang des Monte Mario befindet und als Landsitz des Papstes Clemens VII. entstand. Mit ihren Loggien, Arkaden, Exedras und italienischen Gärten stellt Villa Madama ein großartiges Architekturprojekt dar, das am Anfang von Raffael ausgeführt und später von Antonio da Sangallo und Giulio Romano vollendet wurde. Von 1937 gehört die Villa dem italienischen Außenministerium und wird bei Besuchen ausländischer Staatsgäste und offiziellen Veranstaltungen benutzt. 

Wussten Sie, dass…? Den Namen „Madama“ nimmt die Villa von Margarete von Österreich, die Ottavio Farnese in zweiter Ehe heiratet.

Wussten Sie, dass…? Obwohl die Villa Besitz der Bourbonen aus Neapel war, wurde sie nie von ihnen benutzt, sondern als Wohnsitz Künstlern und Schriftstellern gewährt. Unter ihren Gästen ist Johann Wolfang Goethe zu erwähnen. 

 

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Raffaello Sanzio, Autoritratto, 1504-1506, particolare

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