



Die Kirche ist heute ein Meisterwerk des römischen Barocks, doch ihre Ursprünge reichen bis ins 7. Jahrhundert zurück, als Papst Honorius I. ein Gotteshaus der Heiligen Martina weihte, die 228 in Rom den Märtyrertod starb. Die Kirche erhebt sich am Rande des Forum Romanum auf den Überresten des „Secretarium Senatus“, eines Gebäudes, das möglicherweise als Gerichtssaal für die Prozesse gegen Senatsmitglieder diente. Im Jahr 1588 übertrug Papst Sixtus V. sie der Malergilde Accademia di San Luca, die sie auch dem Evangelisten widmete und beschloss, mit dem Wiederaufbau zu beginnen.
Der erste Entwurf für die Kirche stammte von Ottaviano Nonni, genannt „il Mascherino“, blieb jedoch aufgrund fehlender Mittel unumgesetzt. Es wurde lediglich ein neuer Fußboden verlegt, der höher lag als der alte, um einen unterirdischen Raum zu schaffen, der als Grabstätte für die Akademiemitglieder dienen sollte. Die Arbeiten wurden erst 1635 wieder aufgenommen, dank der Ergriffenheit und Begeisterung, die die Entdeckung der Reliquien der Heiligen Martina ausgelöst hatte, und vor allem dank des Engagements von Pietro da Cortona, dem Prinzen der Akademie, der von Kardinal Francesco Barberini das Privileg erhalten hatte, auf eigene Kosten die Grabkapelle in der Unterkirche einzurichten, die zu einer der prächtigsten Kapellen der Stadt umgestaltet wurde. Bei der Eröffnung der Via dell’Impero im Jahr 1932 war die Kirche das einzige Gebäude, das von den Abrissarbeiten verschont blieb.
Die in der Mitte leicht gewölbte Travertinfassade zählt zu den schönsten Werken von Pietro da Cortona. Die Kuppel ist gegenüber der Fassade leicht zurückgesetzt und ruht auf einem runden Tambour, der durch Pilaster in acht Abschnitte unterteilt ist, mit Giebelfenstern und wunderschönen Gesimsen, die mit der Biene verziert sind, dem heraldischen Symbol der Barberini. Der Innenraum, harmonisch und monumental mit seiner Fülle an Säulenbündeln und ionischen Säulen, streng in seiner Weiße und Reinheit, weist einen ungewöhnlichen griechischen Kreuzgrundriss auf. Die Längsachse ist nämlich länger als die Querachse, doch beide enden in leicht abgeflachten Apsiden. In den Zwickeln der Kuppel befinden sich die Symbole der vier Evangelisten.
Die untere Kirche, in der sich das Grabmal von Pietro da Cortona sowie Werke bekannter Künstler des 17. Jahrhunderts, darunter Alessandro Algardi und Sebastiano Conca, befinden, ist hingegen reich mit vielfarbigem Marmor und Bronzeverzierungen geschmückt. Sie ist der Heiligen Martina geweiht und wird gemäß der testamentarischen Verfügung von Pietro da Cortona vom Konservatorium Sant’Eufemia verwaltet, das derzeit ihr Eigentümer ist. Die Oberkirche hingegen, die für den Gottesdienst geöffnet ist, gehört auch heute noch der Accademia di San Luca.
Informationen
Saturday 9.00 to 18.00 (from October to April)
Saturday 9.00 to 20.00 (from May to September)
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Location
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